Zwischenkriegszeit

In diesem Abschnitt wird deutlich, wie schwierig die Zwischenkriegszeit für die Feuerwehr war und welche Verluste verschmerzt werden mussten.

Zwischenkriegszeit
Dampffeuerspritze der Feuerwehr St. Peter/Au, 1921
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1921

Feierlichkeiten zur Einweihung des Kriegerdenkmals
Am 21. Juni 1921 wurde in St. Peter in der Au das Kriegerdenkmal feierlich eingeweiht. Die Feuerwehr St. Peter in der Au und deren Musikkapelle nahm neben zahlreichen anderen Vereinen aus St. Peter in der Au und Umgebung an der Feier teil. Bei der Festmesse spielte die Musikkapelle unter der Leitung von Julius Strasser (1855–1935) die „Deutsche Messe“ von Franz Schubert.

50-Jahr-Jubiläum und Bezirksfeuerwehrtag
In St. Peter in der Au fand am 24. Juli 1921 der Bezirksfeuerwehrtag mit dem 50-jährigen Gründungsfest der St. Peterer Feuerwehr statt. Die Festordnung begann mit einer Feldmesse. Im Rahmen dieser Veranstaltung fand auch eine feierliche Motorspritzenweihe statt (Patin: Frau Schachner). Es waren 38 Feuerwehren mit vier Musikkapellen anwesend. Nach Kranzniederlegungen am Ortsfriedhof und beim Kriegerdenkmal fand eine Delegiertenversammlung im Gasthaus Schmid (heute GH Riegler), eine Schauübung, ein Festzug und ein Gartenkonzert statt.

1923

Beschluss zum Bau eines neuen Feuerwehrdepots
Im Jahr 1923 fasste die Gemeinde den Beschluss zum Bau eines neuen Feuerwehrdepots. Davor waren die Feuerlöschgeräte zum Teil im Gebäude unter dem Marktturm (gehört zu Haus Nr. 47, heute Amstettner Straße 1) und zum Teil in einem Anbau des Hauses Nr. 37 (heute Marktplatz 19) untergebracht. Dort waren aber die Platzverhältnisse für die neue Motorspritze zu klein und auch die Aus- und Einfahrtsmöglichkeiten eingeschränkt.

1924

Spatenstich zum Bau des neuen Feuerwehrdepots
Am 6. Oktober 1924 wurde mit dem Bau des neuen Feuerwehrdepots in St. Peter in der Au begonnen. Für den Bau spendeten August Graf Ségur-Cabanac den Baugrund, die Marktgemeinde 10 Millionen Kronen (1923) und 60 Millionen Kronen (1924), die Dorfgemeinde 10 Millionen Kronen, der Vorschuss- und Sparverein 10 Millionen Kronen.

1925

Brand eines Wirtschaftsgebäudes im Markt
Am 27. März 1925 in der Früh brannte das Wirtschaftsgebäude des Adalbert Weninger im Markt St. Peter in der Au (heutiges Sparkassen-Gebäude) bis auf die Grundmauern nieder. Das Vieh und die Pferde konnten gerettet werden. Auch das Dach vom Stöckl und die angebaute Holzhütte des Herrn Ott brannte vollständig ab. Das Wirtschaftsgebäude des Herrn Nagl fing ebenfalls Feuer, wurde aber von der Feuerwehr mit Hilfe der Motorspritze gerettet. Jedoch versagte die Motorspritze später, als die größte Gefahr bereits gebannt war.

Gleichenfeier beim neuen Feuerwehrdepot
Am 23. April 1925 fand unter Musikbegleitung die Gleichenfeier beim neuen Feuerwehrdepot statt.

Einweihung des neuen Feuerwehrdepots
Am 9. August 1925 fand bei schönstem Wetter und in einträchtiger Stimmung die feierliche Einweihung des neuen Feuerwehrdepots statt. Um 9 Uhr vormittags wurde eine Festmesse in der Pfarrkirche gefeiert, an der auch andere Vereine und Festgäste teilnahmen. Die Weihe nahm Pfarrer Albert Weikerstorfer vor. An der Feier nahmen weiters der Bürgermeister und Feuerwehrkommandant Viktor Schachner, die gesamte Feuerwehr St. Peter in der Au mit ihrer Musik, der Männergesangverein, die Gemeindevertretungen von Markt und Dorf St. Peter in der Au und 28 Feuerwehren aus der näheren und weiteren Umgebung teil.

1927

Brand im Schloss
Am 10. Februar 1927 um 12:30 Uhr brannte das Schloss St. Peter in der Au. Die Feuerwehr konnte den Brand löschen. Die Feuerwehr erhielt eine neue moderne Schubleiter, die allen neuzeitlichen Anforderungen entsprach.

1928

Die Sanitätsabteilung der FF St. Peter in der Au trat dem Landesverein des Roten Kreuzes bei.

1929

Bau eines Löschwasserbassins
Im Oktober 1929 wurde unter dem Feuerwehrdepot vom Maurermeister Ferdinand Pfaffenbichler ein Bassin für Löschwasser in der Größe von 12 x 4 x 2,30 Meter und mit einem Fassungsvermögen von 1.100 Hektolitern errichtet. Die Kosten dafür betrugen 4.000,– Schilling. Für Brände im Marktbereich bestand somit eine ausreichende Wasserversorgung.

1930

Kommandowechsel
1930 erfolgte ein Wechsel im Kommando der Feuerwehr. Auf den langjährigen Hauptmann Viktor Schachner folgte in dieser Funktion der Gastwirt Josef Humpel (1878–1949).

Bereits im Dezember 1930 gab es einen erneuten Kommandowechsel: Der Bürgermeister des Marktes, der Straßenmeister Franz Hochleitner (1868–1952), wurde zum Hauptmann gewählt.

60-Jahr-Jubiläum der FF St. Peter in der Au und 30-Jahr-Jubiläum des Bezirkverbandes
Die Feuerwehr St. Peter in der Au feierte am 10. August 1930 ihr 60-jähriges Gründungsfest, verbunden mit dem 30-jährigen Bestandsjubiläum des Feuerwehrbezirksverbandes Haag-St. Peter. Pfarrer Johann Blümelhuber weihte zu diesem Anlass das erste Sanitätsfahrzeug, einen Steyr VII. Der Rettungsdienst wurde von Herrn Dürrer und Georg Müller versehen. Die Rettungsfahrzeuge blieben bis zur Fertigstellung des Rotkreuz-Hauses in der Burgholzstraße 26 im September 1987 im Feuerwehrdepot eingestellt.

Segnung des Sanitätsfahrzeuges, 1930

 

60-jähriges Gründungsfest der Feuerwehr St. Peter in der Au, 10. August 1930

1932

Motorspritzenweihe mit Großübung
Am 12. Juni 1932 fand anlässlich der Motorspritzenweihe der Feuerwehr Hochstrass eine gemeinsame Übung der Feuerwehren St. Peter in der Au, St. Johann in Engstetten, Seitenstetten, Weistrach und Hochstrass statt. Die Leitung der Übung hatte der St. Peterer Feuerwehrkommandant und Bürgermeister Franz Hochleitner.

Aufmarsch der Vaterländischen Front Feuerwehrmusik St. Peter in der Au, 1932


Brand im Dorf
Am 9. Dezember 1932 brach im Haus Mayr z’Gassenegg (heute Dorf 1) ein Brand aus. Das gesamte Dach des Hauses und des Wirtschaftsgebäudes wurde zerstört. Die Feuerwehr St. Peter in der Au, unter dem Kommando von Hauptmann Franz Hochleitner, war von 4 Uhr früh bis 4 Uhr nachmittags im Löscheinsatz. Die Feuerwehren aus Wolfsbach, St. Valentin, Haag, Seitenstetten und Weistrach waren ebenfalls bei diesem Brand im Einsatz.

1933

Kommandant Hochleitner legte kurzzeitig sein Amt nieder
Am 3. März 1933 nahmen die Feuerwehr und die Feuerwehrmusik neben der Bergknappen-Musik aus Ebensee am Begräbnis von Hofrat Josef Werthgarner teil.

Am 5. November 1933 spielte die Feuerwehrmusik während der Prozession zum Friedhof. Die Urltaler Musikkapelle spielte während der Messe, da Pfarrer Johann Sigmund der Feuerwehrmusik verbot, bei kirchlichen Anlässen zu spielen. Daraufhin legte Feuerwehrkommandant Franz Hochleitner sein Amt nieder, nahm es aber wenige Tage später auf Bitte der Feuerwehrkameraden wieder auf.

1934

Räumung des Feuerwehrballes
Auch an der Feuerwehr gingen die politischen Unruhen nicht spurlos vorbei: Am 12. Februar 1934, der Tag, an dem in Linz der Bürgerkrieg ausbrach, wurde der Feuerwehrball im Gasthaus Schmid (heute GH Riegler) um halb neun von der Gendarmerie für geschlossen erklärt und der Saal musste sofort geräumt werden. Dies geschah aufgrund des von der Regierung verhängten Standrechts.

Verbot der Blasmusik bei Begräbnis führte zu Kommandowechsel
Am 25. August 1934 spielte aufgrund des Verbotes von Pfarrer Johann Sigmund gar keine Kapelle beim Begräbnis des Feuerwehrkameraden Franz Stummer.

Daraufhin legte Feuerwehrkommandant Franz Hochleitner am 27. August 1934 wiederum sein Amt nieder. Hauptmann-Stellvertreter Julian Müller musste das Kommando der Feuerwehr St. Peter in der Au vorübergehend übernehmen.

Bei der Generalversammlung am 30. Dezember 1934 wurde Franz Hochleitner wieder zum Feuerwehrkommandant gewählt. Er nahm die Wahl trotz gewonnener Stichwahl aber nicht an.

1935

Neuer Kommandant
Bei der außerordentlichen Generalversammlung am 2. Februar 1935 wurde der Gastwirt Heinrich Nefischer (1888–1960) zum neuen Feuerwehrkommandant gewählt.

Die Feuerwehrmusik wurde als eigener Verein endgültig aufgelöst.

1936

Bezirksfeuerwehrtag in St. Peter in der Au
Am 14. Juni 1936 fand in St. Peter in der Au der Bezirksfeuerwehrtag statt. Es waren 38 Feuerwehren und vier Musikkapellen anwesend, darunter die erstmals so bezeichnete Ortsmusik St. Peter in der Au. Die Feuerwehr veranstaltete außerdem in den Jahren 1936 und 1937 eine große Tombola, bei der es zahlreiche Preise wie Fahrräder, Nähmaschinen, Schi und Schischuhe zu gewinnen gab.

600 Jahre Markt St. Peter in der Au
Vom 3. bis 5. Oktober 1936 fand eine land-, forstwirtschaftliche und gewerbliche Bezirks-Ausstellung in St. Peter in der Au aus Anlass der Feier „600 Jahre Markt St. Peter in der Au“ statt. Die Feuerwehr St. Peter in der Au übernahm bei diesem Großereignis den Kassen- und Wachdienst.

1938

Ankauf einer neuen Motorspritze und eines gebrauchten Fahrzeuges.

1943

Kriegsdienst
Der Zweite Weltkrieg traf auch die Feuerwehr: Zahlreiche Kameraden wurden zum Kriegsdienst eingezogen. Im Jahr 1943 sank die Zahl der zur Verfügung stehenden Mitglieder so weit, dass der Betrieb nur durch Notdienstverpflichtete aufrechterhalten werden konnte.

1944

Die ersten Frauen bei der Feuerwehr
Erstmals wurden aufgrund des Krieges auch zehn Frauen zur Feuerwehr dienstverpflichtet.

1945

Die Stammliste der Feuerwehr wies mit 15. Juni 1945 einen Stand von 38 Mitgliedern aus.

1946

Entnazifizierung der Feuerwehr
Die Feuerwehr St. Peter in der Au wurde im Dezember 1946 entnazifiziert. Am 21. Dezember 1946 wurde ein neuer einstweilen noch provisorischer Vorstand mit Karl Dürrer (1884–1954) als Hauptmann und Michael Langmann als Stellvertreter gewählt.

1947

Wechsel im Bezirksfeuerwehrkommando
Mit 1. Jänner 1947 konstituierte sich auch das Bezirksfeuerwehrkommando des Gerichtsbezirkes St. Peter in der Au neu. Bezirksfeuerwehrkommandant wurde Franz Lugmair, Schriftführer Walter Lorenz, beide aus St. Peter in der Au.

46 neue Mitglieder traten der Feuerwehr bei.

Ankauf einer neuen Spritze
Die Gemeinden St. Peter in der Au Markt und Dorf

bewilligten eine Subvention von jeweils 2.000,– Schilling zum Ankauf einer neuen Spritze.

Zwangsräumung des Zeughauses und Übergabe an die Rote Armee. Die Feuerwehr brachte ihre Gerätschaften im Schloss unter.

1949

Ankauf neuer – dringend benötigter – Uniformen

Erster Bezirksfeuerwehrtag nach dem Krieg
Am 21. August 1949 fand in St. Peter in der Au der erste Bezirksfeuerwehrtag nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Es nahmen daran 27 Feuerwehren mit insgesamt 523 Feuerwehrmännern und acht Musikkapellen teil.

Neubildung des Vereins der FF St. Peter in der Au Mit 3. Dezember 1949 bewilligte die Sicherheitsdirektion des Landes NÖ die Neubildung des Vereines der Freiwilligen Feuerwehr St. Peter in der Au

1951

Kauf eines Fahrzeuges
Der Gemeinderat bewilligte am 23. Juni 1951 der freiwilligen Feuerwehr eine Subvention von 1.500,– Schilling zum Ankauf eines Feuerwehrautos. Am 29. Juni fand die feierliche Einweihung eines neuen Sanitätsautos statt.

1954

Rückkehr ins Zeughaus
Am 31. Mai 1954 konnte die Feuerwehr endlich wieder aus dem Schloss in das Zeughaus übersiedeln, welches aber in einem sehr verwahrlosten Zustand von der russischen Besatzung übergeben wurde.

1955

Erster registrierter Technischer Einsatz
Am 8. Dezember 1955 stürzte ein Auto von einer Brücke in die Url. Die Einsatzkräfte mussten die sechs Insassen und das Fahrzeug aus dem Bachbett bergen.